Aktuelle Berichte sehen Schweden nun tatsächlich als erstes „rauchfreies“ Land Europas, weil der Anteil täglicher Raucher unter 5 % gesunken ist und auch die tabakbedingten Todesfälle EU-weit am niedrigsten sind. Vor 15 Jahren war der Raucheranteil noch 15%.

Zum Vergleich: In Österreich raucht nach aktuellen Daten mit rund 21% etwa ein Fünftel der Erwachsenen

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©Edwin Husic/BAT

Der „Snus-Fehler“ der EU – und warum Nikotinpouches ein „zweite Chance“ sind

Wie kam es zum Snus-Verbot?

  • 1992 hat die EU mit der Tabakproduktrichtlinie 92/41/EWG den Verkauf von Tabak für den oralen Gebrauch („Snus“) in der gesamten EU verboten.
  • 1995 knüpfte Schweden eine Ausnahme vom Snusverbot an den EU-Beitritt: Snus blieb dort erlaubt, im Rest der EU aber weiter verboten.
  • Dieses Verbot wurde später in der Tabakproduktrichtlinie 2001 und erneut 2014 bestätigt (Artikel 17 der Richtlinie 2014/40/EU).

Seit vielen Jahren kritisieren allerdings zahlreiche Wissenschaftler:innen und Public-Health-Expert:innen europaweit dieses Verbot, weil die Erfahrungen aus Schweden aber auch Neuseeland zeigen, dass Snus eher ein Ausstieg aus dem Rauchen als ein Einstieg ist – und deutlich weniger gesundheitsschädlich als Zigaretten. Ein EU-weiter Wechsel vom Rauchen zu Snus könnte jedes Jahr Hunderttausende Leben retten.

Neuseeland hat sich ebenfalls zu einem der weltweit führenden Ländern bei der Risikoreduzierung für Raucher:innen entwickelt.
Die Raucherquote lag 2024 bei 6,8 % und hat sich somit seit 2011/12 mehr als halbiert. Laut ASH New Zealand ist das Land auf dem besten Weg, ebenfalls 2025 „rauchfrei“ zu sein.

* ASH – Action for Smokefree 2025 (Neuseeland) ist eine unabhängige Kampagnenorganisation, die sich für die Reduzierung des Tabakkonsums und die damit verbundenen gesundheitlichen Schäden in Neuseeland einsetzt.

Könnte Europa heute schon „rauchfrei“ sein?

  • Studien und Auswertungen zeigen, dass der schwedische Mix aus Snus und anderen rauchlosen Produkten, die Raucherquote stark gesenkt und Lungenkrebs- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich reduziert hat – auch deutlich unter dem EU-Durchschnitt. https://gco.iarc.who.int/today/en

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  • Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass in Europa bis zu 3,5 Millionen vorzeitige Todesfälle in den nächsten zehn Jahren verhindert werden könnten, wenn andere Länder das schwedische Modell übernehmen würden.
  • Vor diesem Hintergrund ist zumindest plausibel zu behaupten:

Wäre Snus in der EU nicht seit 1992 (mit Ausnahme Schweden) verboten worden, könnten wir heute deutlich näher an einer „rauchfreien EU“ sein als wir tatsächlich sind.

Was kann die Politik daraus lernen?

Es ist nicht nur nie zu spät für den „Rauchstopp“, sondern auch um aus Fehlern zu lernen. Darum sollte die Europäische Union bei der Ausarbeitung der TPD3 (Tabakproduktrichtlinie) satt Verbotspolitik und Überregulierung den Ansatz Risikoreduktion und sinnvolle Regulierung verfolgen.

Snus ist in der EU weiterhin verboten – außer in Schweden.
Aber: Nikotin Pouches (also tabakfreie Beutel mit Nikotin) sind etwas anderes. Sie enthalten kein Tabakblatt, sondern nur Nikotin und Füllstoffe im Beutel, der wie Snus unter die Oberlippe gelegt wird.

In Schweden haben Nikotin Pouches in den letzten Jahren stark dazu beigetragen, dass Raucher:innen – besonders Frauen – von der Zigarette wegkommen:
Berichte zeigen, dass seit ihrer Einführung ein deutlicher zusätzlicher Rückgang der Raucherquote zu beobachten ist.

Gleichzeitig weisen Analysen darauf hin, dass Nikotin Pouches im Vergleich zur Zigarette:

  • keine Verbrennung und damit dramatisch weniger Schadstoffe verursachen
  • das Risiko für typische rauchbedingte Erkrankungen deutlich senken, auch wenn sie natürlich nicht risikofrei sind und Nikotin enthalten, eine abhängig machende Substanz

Daher hat BAT einen 10-Punkte-Regulierungsrahmen für rauchfreie Produkte erstellt – ganz nach dem Motto: nicht alles freigeben, nicht überregulieren, sondern klug regulieren:

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Was würde ein „schwedischer Weg“ mit Nikotinpouches für Österreich demnach bedeuten?

Aus den Erfahrungen Schwedens lassen sich für Österreich folgende Leitlinien ableiten:

  1. Erwachsene Raucher:innen in den Mittelpunkt stellen
    Zielgruppe Nummer 1 sind Menschen, die sonst weiter Zigaretten rauchen würden. Für sie sollten Pouches als rauchfreie Alternative verfügbar sein – klar getrennt von Jugendlichen.
  2. Strenger Jugendschutz, klare Regeln beim Marketing
    – Altersgrenze für Verkauf und Konsum 18+
    – Werbung und Sponsoring nur für 18+ (Sicherstellung durch Altersverifikationsmechanismen)
    – Verpflichtende Warnhinweise
  3. Steuern nach Risikoprofil
    Schweden zeigt: Niedrigere Steuern auf deutlich weniger schädliche Produkte wie Snus oder Pouches, höhere auf Zigaretten – so entsteht ein echter finanzieller Anreiz zum Umstieg.
  4. Wissenschaftlich basierte Information und sachliche Aufklärung statt Angstmache und Desinformation
    Die Botschaft ist einfach:
    – „Gar nicht konsumieren ist am besten.“
    – „Wenn du aber nicht aufhören kannst oder willst, ist rauchfrei deutlich besser als Rauchen.“
    Dieser Ansatz für Risikoreduktion ist in Schweden politisch mittlerweile ganz offiziell verankert.

Weil Snus in der EU weiterhin verboten ist, bieten Nikotinpouches für Österreich und für die ganze EU die realistische „zweite Chance“, einen ähnlichen Weg zu gehen – reguliert, verfügbar, steuerlich attraktiver als Zigaretten und eingebettet in eine klare Aufklärungspolitik.

[box type=“note“ align=““ class=““ width=““]Kurz gesagt:
Wenn Österreich wirklich „rauchfrei“ werden will, ist Überregulierung der falsche Ansatz. Es braucht rauchfreie Alternativen, die für erwachsene Raucher:innen verfügbar und attraktiv sind.
Genau das macht Schweden – und genau das sollten wir auch in Österreich machen. [/box]